Die zahnärztliche Prothetik befasst sich mit der Wiederherstellung der Kaufunktion und eines vollbezahnten Gebisses  bei teilweise oder vollständig verlorengegangenen Zähnen .

Schon ein verloren gegangener Zahn kann das gesamte Gebiss-System aus dem Gleichgewicht bringen.

So beobachten wir Zahnmediziner, dass beispielsweise in einem Lückengebiss die Nachbarzähne der Lücke beginnen, diesen Raum einzunehmen und in die „Lücke zu kippen“. Auch der Gegenzahn des entfernten Zahnes beginnt bei der „Suche nach seinem Gegenspielerzahn im anderen Kiefer“ aus seiner Position „herauszuwachsen“, bzw. rutscht in die vorhandene Lücke des Gegenkiefers, da er in seiner bisherigen Position nicht mehr abgestützt ist. 

Das gesamte Gebiss mit all seinen Zähnen, Muskeln, Schleimhäuten und Knochen ist ein komplexes und in sich geschlossenes System, in dem alle beteiligten Strukturen wie die Zahnräder eines Uhrwerkes ineinander greifen, sich stützen, sich beeinflussen und letztlich auch jeder einzelne Zahn das grosse komplexe System beeinflusst und selbst vom System beeinflusst wird.

Fehlt nur ein Zahn, dann kann das grosse System das über einen bestimmten Zeitraum auffangen, fehlen mehrere Zähne, leidet das ganze System darunter.

Wir vergleichen das stomatognathe System gerne mit einem errichteten Kartenhaus: das Entfernen einer Karte muss noch nicht zum Einsturz des Kartenhauses führen, dennoch ist das Kartenhaus weniger stabil gegenüber äusseren Einflüssen geworden. Es stürzt „leichter“ ein. Nach dem Herausziehen von nur einer Karte aus dem Kartenhaus lastet auf allen anderen Karten mehr Druck, vielleicht biegt sich die eine oder andere Karte auch durch.

Genau so ist das im Gebiss.

Die Zahnarztpraxis am Glockenbach arbeitet mit Ihnen stets nach dem Grundsatz, dass jeder eigene Zahn besser ist, als das was wir Ihnen aus unserer zahntechnischen Schmiede anbieten können, daher setzen wir unsere ganze Energie ein, um Ihre Zähne zu erhalten!

Aber auch bei allen Bemühungen unsererseits  kommen auch wir dann und wann an den Punkt, dass wir zerstörte oder nicht erhaltungswürdige Zähne feststellen und die Entfernung dieser Zähne empfehlen müssen. 

Wenn es zu einer oder mehreren Zahnentfernungen gekommen ist, was nun?

Die Versorgung, die für SIE am besten geeignet ist, können wir nur im persönlichen Gespräch mit Ihnen nach einer eingehenden Untersuchung planen.

Im nachfolgenden Teil stellen wir Ihnen grob-strukturiert die unterschiedlichsten prothetischen Versorgungen vor.

 
 
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Herausnehm-barer Zahnersatz

Mögliche Zahnersatz-Versorgungen: Herausnehmbarer Zahnersatz (Teil- oder Totalprothetik)

Wenn durch fehlende Zähne die Lücken im Gebiss so groß geworden sind, dass diese Spanne nicht mehr über festsitzenden Zahnersatz überwunden werden kann, so werden die fehlenden Zähne durch eine Prothese ersetzt. Die Aufgaben der Prothesen bestehen in der Wiederherstellung der Kaufunktion und der Sprechfähigkeit. Sprache und Kaufunktion können durch den Verlust von Zähnen deutlich eingeschränkt sein.

Bei noch vorhandenen eigenen Zähnen im Lückengebiss, dienen diese Zähne als Ankerzähne. An diesen Ankerzähnen kann über unterschiedliche Konstruktionen (z.B. Klammern) die herausnehmbare Prothese befestigt werden. In diesem Fall spricht die Zahnmedizin von einer sogenannten Teilprothese.

Sind alle Zähne des Ober- oder Unterkiefers verloren gegangen und müssen ersetzt werden, so spricht man von einer Voll- oder Totalprothese.

 
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Festsitzender Zahnersatz

Kronen & Teilkronen

Kronen gehören zur Gruppe des festsitzenden Zahnersatzes. Kronen werden bei Verlust oder bei starker Schädigung der natürlichen Zahnkrone verwendet und auf den präparierten (beschliffenen) Zahn wie Kappen aufgesetzt und fest mit der Zahnhartsubstanz verklebt oder zementiert.

Die verschiedenen Kronenarten können nach ihrer Form, ihrem zahntechtechnischen Aufbau oder nach dem verwendeten Material untergliedert werden.

Wird beispielsweise der gesamte Zahn überkront, so spricht man von einer Vollkrone. Werden nur grössere, zerstörte Anteile der natürlichen Zahnkrone ersetzt und die verbliebene gesunde Restzahnhartsubstanz mit in die prothetische Versorgung miteinbezogen, so handelt es sich meist um eine Teilkrone.

Eine weitere Unterscheidung der (Teil-) Kronen-Versorgungen lässt sich über das zu verwendende zahntechnische Material treffen. Hier unterscheiden wir reine Metallkronen (z.B. Goldkrone und Nichtedelmetallkrone), Verblendkronen (metallische Kronenkappe mit aufgeschichteter Keramik in Ihrer Zahnfarbe) oder Vollkeramikkronen (gesamte Krone aus einer zahntechnischen Keramik).

Die genannten (Teil-) Kronenversorgungen weisen teilweise erhebliche Unterschiede im Hinblick auf Haltbarkeit, Stabilität und Ästhetik auf. Entscheidender Faktor für die Auswahl des richtigen Kronenmaterials ist natürlich die individuelle gesundheitliche Verträglichkeit beim Patienten.

Festsitzender Zahnersatz

Brücken

Mit einer Brücke soll die Lücke, die ein fehlender Zahn hinterlassen hat, geschlossen werden. Eine Brücke wird an den  Pfeilerzähnen  (=Ankerzähnen) durch Zementierung oder Klebung dauerhaft befestigt.

Diese „Pfeiler“ oder „Anker“ können entweder  natürliche Zähne sein, die zur Befestigung des Brückengliedes überkront werden, oder Implantate.

Bei grossen Lücken (viele Zähne in einer Zahnreihe sind in Folge verloren gegangen), die nicht mehr anhand von natürlichen Zähnen als Pfeilerzähne überbrückt werden können, können Implantate in den Kieferknochen eingebracht werden, die dann als neue Anker die Brücke tragen können.

Überbrückungen über Implantate sind meist ein Weg, um die Behandlung mit herausnehmbarem Zahnersatz zu umgehen. 

Genau wie bei Kronenversorgungen kommen die gleichen zahntechnischen Materialien zur Brückenherstellung in Frage.

Die Gestaltungsform der einzelnen Brücke richtet sich nach dem Zahngebiet, dass überbrückt werden soll. Auch Kriterien wie die „Reinigungsfähigkeit“ der Brückenkonstruktion spielen neben Anforderungen an Ästhetik  eine wichtige Rolle.

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Kombinierter Zahnersatz

Festsitzend und Herausnehmbarer

Bei diesen prothetischen Versorgungsformen ist ein festsitzender Anteil vorhanden, beispielsweise in Form von Kronen, Teleskop- oder Druckknopfsystemen und ein darauf vom Patienten zu lösender bzw. zu befestigender herausnehmbarer Anteil.

Alle drei Arten des genannten Zahnersatzes können ohne Implantate gehalten werden, man spricht daher von konventionellem Zahnersatz, im Vergleich zu Zahnersatz, der über Implantate im Kiefer verankert wird.

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Implantat-getragener Zahnersatz

Bei Zahnersatz, der über künstliche Zahnwurzeln (= Implantate) gehalten werden soll, stehen sowohl die Versorgungsformen „festsitzender Zahnersatz“, als auch „herausnehmbarer Zahnersatz“ grundsätzlich zur Verfügung.

Sind beispielsweise nur Einzelzähne verloren gegangen, dann können die jeweiligen Zahnlücken mit einem Einzelzahn-Implantat im Knochen versorgt werden und nach einer entsprechenden Einheilungsphase des Implantates, kann eine Einzelzahnkrone auf dem Implantat befestigt werden.

Bei grösseren Zahnlücken können diese über mehrere Implantate und einer Implantat-Brücke ebenfalls wieder mit festsitzendem Zahnersatz versorgt und rehabilitiert werden.

Im unbezahnten Gebiss, also beim Verlust aller eigenen Zähne, und dem meist damit verbundenen Knochenverlust, halten herkömmliche Totalprothesen (besonders im Unterkiefer) nur noch schlecht oder gar nicht. Selbst intensivste Bemühungen des Zahnarztes zeigen dann keinen Erfolg mehr, wenn nicht mehr genügend eigener Knochen vorhanden ist, auf dem die Totalprothese gehalten werden soll. Ein „Kippen beim Abbeisen“, ein „Verrutschen der Prothese beim Sprechen“ oder sogar ein „Herausfallen beim Niesen oder Husten“ sind häufig geschilderte Ereignisse von Patientinnen und Patienten. Das Lebensgefühl kann dadurch beeinträchtigt werden.

In solchen Fällen ist nach individueller Beratung durch den Zahnarzt und ausführlicher Diagnostik die rigide Befestigung einer Totalprothese über Implantate möglich. Implantate ermöglichen es, über spezielle Aufbauten die Prothese wieder rutsch- und kippsicher zu machen. Dies wird meist mit nur wenigen Implantaten erreicht.

Und in sehr vielen Fällen kann die bisher genutzte Prothese ohne grössere Aufwendungen und grösseren Aufwand für die Verankerung auf den Implantaten umgearbeitet werden.

Patienten, die seit vielen Jahren schon (unglückliche) Totalprothesenträger sind, können Implantate in vielen Fällen wieder zu komplett festsitzendem Zahnersatz verhelfen. Zum Beispiel über Implantat-gestützte Brücken im unbezahnten Kiefer. Auch hier sind meist weniger Implantate nötig, als viele unserer Patienten vermuten.